Weinabenteuer auf Wein.eu
Wissenswertes über Wein
2007-06-05
Wieviel Wein soll ich pro Tag trinken ?
Richtigerweise muß diese Frage lauten: Wieviel Wein darf man am Tag trinken, um die gesundheitlichen Vorzüge des Getränkes zu nutzen und die Leber nicht durch übermäßigen Alkohol zu schädigen?
Darüber findet man in der Literatur unterschiedliche Angaben und sicher ist, daß es unzählige Faktoren gibt, die den Alkoholgehalt im Blut beeinflussen. Die Dänische Weinstudie spricht von 3-5 Gläsern Wein. Seitens der Mediziner in Deutschland wird empfohlen, daß eine Frau in der Regel nicht mehr als 20-30 g Alkohol pro Tag trinken sollte, ein Mann nicht mehr als 40-50 g.
Für die positive Gesundheitswirkung ist wichtig, daß regelmäßig Wein getrunken wird und nicht in Intervallen größere Mengen. Dabei werden zum Essen in der Regel den alkoholreicheren trockenen Weinen der Vorzug gegeben, während man man die lieblicheren Weine eher als Genuß in geselliger Runde bevorzugt.
Wieviel Alkohol enthält der Wein?
Alkohol entsteht bei der alkoholischen Gärung aus Traubenzucker (Dextrose) und Fruchtzucker (Fruktose) , die in der Traube Gespeichert sind. Der Fruchtgehalt der Trauben unterliegt starker Schwankungen, er wird im Most bestimmt und in Grad Öchsle quantitativ erfaßt. Der Kellermeister entscheidet, wieviel natürlichen Zucker zu Alkohol vergoren vergoren wird, er behält trockene, halbtrockene und restsüße (liebliche) Weine. Je höher der Alkoholgehalt eines Weines, desto geringer ist in der Regel seine Restsüße. Der Alkoholgehalt im Wein schwankt zwischen 50 bis 120g/l. Auf dem Etikett eines jeden Weines ist der Alkoholgehalt in Volumen-% angegeben. Dabei entsprechen in etwa:
8,0 % Vol 62 g Alkohol/L 6 g Alkohol in 100 ml
10,5 % Vol 83 g Alkohol/L 8 g Alkohol in 100 ml
13,0 % Vol 103 g Alkohol/L 10 g Alkohol in 100 ml
14,0 % Vol 110 g Alkohol/L 11 g Alkohol in 100 ml
Moderater Weingenuss ist gesund !
In weintrinkenden Nationen streben die Menschen seltener an Herz-Kreislauferkrankungen, dieses wurde bereits in den 80er Jahren durch Prof. Renaud bewiesen und als "French paradox" inzwischen weltweit als richtig anerkannt. In einer Studie des Institutes für Präventivmedizin der Universität Kopenhagen (1995) wurden 6051 Männer und 7234 Frauen im Alter von 30-70 Jahren über 12 Jahre beobachtet . Das spektakulärste Ereignis war die Sterberisikominderung mit zunehmendem Weinkonsum, d.h. Weintrinker leben länger
denn sie erkranken u.a. seltener an Herz-Kreislauferkrankungen. Im Vergleich zu den Personen, die nie Wein tranken, verringern sich das Risiko bei einem Konsum von 3-5 Gläsern täglich um fast 50%, mit anderen Worten : Abstinenzler sterben früher als Weintrinker
Der lebensverlängender Effekt ist ausschließlich auf den Weinkonsum zurückzuführen. Dieser Effekt bezieht sich nicht nur auf die Verringerung von Herz-Kreislauferkrankungen, sonder zeigt sich auch bei der Gesamtsterblichkeit, Weintrinken schützt also auch vor anderen Krankheiten (Stärkung der körpereigenen Abwehr? Schutz vor Krebserkrankungen durch antioxidative Substanzen? usw. ).
Sicher ist somit, daß die gesundheitsfördernde Wirkung nicht allein im Alkoholgehalt des Getränks liegt, vielmehr ist es die im Wein zu findende Kombination wertvollster Inhaltsstoffe mit Alkohol, der die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zuzuschreiben ist.
Viele meinen, daß gesundheitliche Vorteile nur beim Genuß von Rotwein erzielt werden, aber es gibt inzwischen eindeutige Beweise, daß der moderate Weinkonsum ebenso gesund ist. Eine Pilotstudie stellte 1996 fest, daß gerade der moderate Weißweinkonsum das Herz-Kreislauf-System schützt (Prof. Belz). Andere wissenschaftliche Arbeiten belegen, daß der antioxidative Effekt der Weißweine ebenso groß ist wie der von Rotweinen. Bei der Weinauswahl ist man also in der Entscheidung frei.
Two glasses a day nun ist es amtlich !
"Moderater Alkoholkonsum während der Mahlzeiten ist gesundheitsfördernd",diese Aussage ist enthalten im 1995er Dietary Guidelines for Amerikans, das sind Ernährungsempfehlungen den Bürger, die alle 5 Jahre vom Gesundheitsministerium der USA herausgegeben werden. Die amerikanische Politik verläßt so die starre Anti-Alkohol-Linie der vergangenen Jahrzehnte und trägt den überzeugenden Argumenten der Wissenschaft Rechnung.Der moderate Alkoholgenuß wird mit Hinweis auf die positiven Gesundheitswirkungen und den Genußwert ausdrücklich empfohlen. Der Epidemiologe der Universität Boston Dr.Ellison verdeutlicht die Meinung der Wissenschaftler:
"Abstinenz ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen"
Wein und Diabetes mellitus
Diabetiker dürfen Wein trinken, sie müssen allerdings aufmerksam das Flaschenetikett studieren. Es gibt die für Diabetiker gekennzeichneten trockenen Weine bis 4 g Restzucker. Neuerdings sind auch Weine mit einem Gesamtzuckergehalt von 20g/L zugelassen (mit einem Fructose- gehalt von 85%). Wählt ein Diabetiker einen 10 %igen Diabetikerwein mit einem Gesamtzuckergehalt 20 g/L, so muß er für 0,6 L dieses Weines 1 BE berücksichtigen.
(Prof. Dr.Gustav Belz , Wiesbaden)
Richtigerweise muß diese Frage lauten: Wieviel Wein darf man am Tag trinken, um die gesundheitlichen Vorzüge des Getränkes zu nutzen und die Leber nicht durch übermäßigen Alkohol zu schädigen?
Darüber findet man in der Literatur unterschiedliche Angaben und sicher ist, daß es unzählige Faktoren gibt, die den Alkoholgehalt im Blut beeinflussen. Die Dänische Weinstudie spricht von 3-5 Gläsern Wein. Seitens der Mediziner in Deutschland wird empfohlen, daß eine Frau in der Regel nicht mehr als 20-30 g Alkohol pro Tag trinken sollte, ein Mann nicht mehr als 40-50 g.
Für die positive Gesundheitswirkung ist wichtig, daß regelmäßig Wein getrunken wird und nicht in Intervallen größere Mengen. Dabei werden zum Essen in der Regel den alkoholreicheren trockenen Weinen der Vorzug gegeben, während man man die lieblicheren Weine eher als Genuß in geselliger Runde bevorzugt.
Wieviel Alkohol enthält der Wein?
Alkohol entsteht bei der alkoholischen Gärung aus Traubenzucker (Dextrose) und Fruchtzucker (Fruktose) , die in der Traube Gespeichert sind. Der Fruchtgehalt der Trauben unterliegt starker Schwankungen, er wird im Most bestimmt und in Grad Öchsle quantitativ erfaßt. Der Kellermeister entscheidet, wieviel natürlichen Zucker zu Alkohol vergoren vergoren wird, er behält trockene, halbtrockene und restsüße (liebliche) Weine. Je höher der Alkoholgehalt eines Weines, desto geringer ist in der Regel seine Restsüße. Der Alkoholgehalt im Wein schwankt zwischen 50 bis 120g/l. Auf dem Etikett eines jeden Weines ist der Alkoholgehalt in Volumen-% angegeben. Dabei entsprechen in etwa:
8,0 % Vol 62 g Alkohol/L 6 g Alkohol in 100 ml
10,5 % Vol 83 g Alkohol/L 8 g Alkohol in 100 ml
13,0 % Vol 103 g Alkohol/L 10 g Alkohol in 100 ml
14,0 % Vol 110 g Alkohol/L 11 g Alkohol in 100 ml
Moderater Weingenuss ist gesund !
In weintrinkenden Nationen streben die Menschen seltener an Herz-Kreislauferkrankungen, dieses wurde bereits in den 80er Jahren durch Prof. Renaud bewiesen und als "French paradox" inzwischen weltweit als richtig anerkannt. In einer Studie des Institutes für Präventivmedizin der Universität Kopenhagen (1995) wurden 6051 Männer und 7234 Frauen im Alter von 30-70 Jahren über 12 Jahre beobachtet . Das spektakulärste Ereignis war die Sterberisikominderung mit zunehmendem Weinkonsum, d.h. Weintrinker leben länger
denn sie erkranken u.a. seltener an Herz-Kreislauferkrankungen. Im Vergleich zu den Personen, die nie Wein tranken, verringern sich das Risiko bei einem Konsum von 3-5 Gläsern täglich um fast 50%, mit anderen Worten : Abstinenzler sterben früher als Weintrinker
Der lebensverlängender Effekt ist ausschließlich auf den Weinkonsum zurückzuführen. Dieser Effekt bezieht sich nicht nur auf die Verringerung von Herz-Kreislauferkrankungen, sonder zeigt sich auch bei der Gesamtsterblichkeit, Weintrinken schützt also auch vor anderen Krankheiten (Stärkung der körpereigenen Abwehr? Schutz vor Krebserkrankungen durch antioxidative Substanzen? usw. ).
Sicher ist somit, daß die gesundheitsfördernde Wirkung nicht allein im Alkoholgehalt des Getränks liegt, vielmehr ist es die im Wein zu findende Kombination wertvollster Inhaltsstoffe mit Alkohol, der die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zuzuschreiben ist.
Viele meinen, daß gesundheitliche Vorteile nur beim Genuß von Rotwein erzielt werden, aber es gibt inzwischen eindeutige Beweise, daß der moderate Weinkonsum ebenso gesund ist. Eine Pilotstudie stellte 1996 fest, daß gerade der moderate Weißweinkonsum das Herz-Kreislauf-System schützt (Prof. Belz). Andere wissenschaftliche Arbeiten belegen, daß der antioxidative Effekt der Weißweine ebenso groß ist wie der von Rotweinen. Bei der Weinauswahl ist man also in der Entscheidung frei.
Two glasses a day nun ist es amtlich !
"Moderater Alkoholkonsum während der Mahlzeiten ist gesundheitsfördernd",diese Aussage ist enthalten im 1995er Dietary Guidelines for Amerikans, das sind Ernährungsempfehlungen den Bürger, die alle 5 Jahre vom Gesundheitsministerium der USA herausgegeben werden. Die amerikanische Politik verläßt so die starre Anti-Alkohol-Linie der vergangenen Jahrzehnte und trägt den überzeugenden Argumenten der Wissenschaft Rechnung.Der moderate Alkoholgenuß wird mit Hinweis auf die positiven Gesundheitswirkungen und den Genußwert ausdrücklich empfohlen. Der Epidemiologe der Universität Boston Dr.Ellison verdeutlicht die Meinung der Wissenschaftler:
"Abstinenz ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen"
Wein und Diabetes mellitus
Diabetiker dürfen Wein trinken, sie müssen allerdings aufmerksam das Flaschenetikett studieren. Es gibt die für Diabetiker gekennzeichneten trockenen Weine bis 4 g Restzucker. Neuerdings sind auch Weine mit einem Gesamtzuckergehalt von 20g/L zugelassen (mit einem Fructose- gehalt von 85%). Wählt ein Diabetiker einen 10 %igen Diabetikerwein mit einem Gesamtzuckergehalt 20 g/L, so muß er für 0,6 L dieses Weines 1 BE berücksichtigen.
(Prof. Dr.Gustav Belz , Wiesbaden)
Wein ist eingefangene Energie
2007-06-05
Was hat Wein mit Energie zu tun? Viel mehr, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Wein ist eingefangene Energie, sagt Andreas Krämer. Speichern doch die Trauben die Kraft der Sonne und Erde in köstlicher Weise. Der Inhaber der Bochumer Weinhandlung Bodegas Rioja, die auf Weine aus Spanien spezialisiert ist, erklärt im Interview mit rewirpower.de, was ihn am Wein so fasziniert.
An Ihrem 18. Geburtstag hat Ihre Liebe zum spanischen Wein begonnen. Wie hat sich das ereignet?
Ich war damals zum ersten Mal in Spanien. In Valencia feiert man jedes Jahr zu Frühlingsanfang ein großes Fest, und in der Josef-Nacht, am 20. März, saß ich an einer großen Festtafel und probierte das erste Mal einen Wein aus der Rioja. Aus dieser Region kämen die besten Weine, hatte man mir gesagt. Rioja war damals, vor gut 30 Jahren, in Deutschland gar nicht so bekannt, sondern eher die süßen Weine aus der Region Malaga.
Haben Sie diesen ersten Rioja noch auf der Zunge?
Es war etwas ganz Besonderes. Rund, mild und ausgeglichen, mit einem Hauch Vanille.
Woher stammt der hervorragende Ruf, den der Rioja genießt?
In Rioja wurde schon früh, um 1860, die Fasskultur eingeführt. Es waren französische Bordeaux-Winzer, die nach Spanien kamen und ihr Wissen mitbrachten. Die Weine reifen in 225-Liter-Fässern vorzugsweise aus amerikanischer Eiche, dessen luftdurchlässige Struktur die Reife des Weins begünstigt.
Spanischer Wein hat insgesamt in den letzten Jahren erheblich an Qualität gewonnen. Woran liegt das?
Wir erhalten heute bessere Weine durch den breiten Einsatz moderner Technologie. Das fängt bei der Auswahl und Behandlung des Leseguts an. Die Trauben werden direkt nach der Ernte sehr vorsichtig in die Kellerei transportiert und dürfen dabei nicht gedrückt werden, sonst beginnt der Gärprozess sofort. Die Trauben werden auch entrappt. Das heißt: Stumpf und Stiehl werden entfernt. Früher war es durchaus üblich, sie mit zu vergären, wodurch die Weine härter, aber auch haltbarer wurden. Darüber hinaus sorgt moderne Kühltechnik für die exakte Steuerung der Temperatur im Fasskeller, damit beim Gärprozess nichts dem Zufall überlassen wird ...
... und spanischer Wein erfreut sich bei den deutschen Verbrauchern wachsender Beliebtheit.
Mit Recht. Neben der deutlichen Qualitätssteigerung spielt das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis eine wesentliche Rolle. Es gibt schon für wenig Geld wirklich tollen Wein.
Können Sie bestimmte Jahrgänge empfehlen?
2001 war sicher sehr gut, aber man sollte die Bedeutung der Jahrgänge auch nicht überschätzen. Bei spanischem Wein sind sie wesentlich ausgeglichener als etwa bei den Franzosen und Italienern. Das heißt: Man kann auch, ohne Kenner zu sein, nicht viel verkehrt machen. Am besten ist aber, wenn ein Erzeuger - die Bodega - auf dem Etikett genau genannt wird.
Worauf sollte man noch beim Weinkauf achten?
Es gibt verschiedene Kategorien bei den Rotweinen. Eine Crianza muss zwei Jahre reifen, davon sechs Monate im Fass, und liegt preislich bei sechs bis neun Euro. Eine Reserva ist mindestens zwölf Monate im Fass plus 24 Monate in der Flasche gereift und kostet normalerweise ab zehn Euro. Eine Gran Reserva war 24 Monate im Fass und 36 Monate in der Flasche und beginnt bei 20 Euro.
Hin und wieder gibt es Angebote für eine Reserva zum Billigpreis. Was ist davon zu halten?
Selbstverständlich beobachten wir auch das Angebot an spanischen Weinen bei den Discountern. Unserer Einschätzung nach handelt es sich oft um überlagerte Weine, die durch die Beimengung jüngerer Jahrgänge Frucht, Kraft und Struktur erhalten sollen. Häufig reicht ein Blick auf das Etikett, um festzustellen, dass keine eigenständige Kellerei hinter dem Wein steht, sondern Überproduktion und Lagerbestände verschiedener Bodegas zusammen verarbeitet wurden, um gezielt den Massenmarkt zu bedienen.
Wie lange kann ich guten Wein lagern?
Es gibt Weine, die sich 20 Jahre halten. Eine Reserva kann man durchaus fünf bis sieben Jahre liegen lassen. Am besten ist aber, jedes Jahr von einem Wein eine Flasche aus dem Weinkeller hoch zu holen und zu probieren. Es ist auch sehr spannend, festzustellen, wie der Wein sich im Laufe der Zeit verändert. Weine haben ein Eigenleben.
Welchen Vorteil hat es, Wein beim Fachhändler zu kaufen?
Man kann sich ausführlich beraten lassen und viele Weine auch direkt probieren. Ein Fachhändler kann auch etwas zu der Region und zu dem Hintergrund eines Weines erzählen. Zudem wird fehlerhafter Wein zumeist anstandslos erstattet.
Bodegas Rioja
Spezialist für spanische Weine
Seit mehr als 20 Jahren verwöhnt Andreas Krämer mit "Bodegas Rioja" seine Kunden mit spanischer Weinkultur aus diversen Regionen Spaniens. Wie aus dem Firmennamen ersichtlich, ist das favorisierte Weinanbaugebiet Rioja (nahe Pamplona) im Norden Spaniens. Da er persönlich vor Ort einkauft, ist der Geschmack jedes edlen Tropfens - und es sind über 200 verschiedene Weine - bekannt und die Herkunft kontrolliert.
Bodegas Rioja
Lennershofstr. 156
44801 Bochum
Tel.: (0234) 97 89 657
Geöffnet Mo bis Fr 11.00 bis 18.30 Uhr und Sa 10.00 bis 16.00 Uhr
Web: www.bodegas-rioja.de
An Ihrem 18. Geburtstag hat Ihre Liebe zum spanischen Wein begonnen. Wie hat sich das ereignet?
Ich war damals zum ersten Mal in Spanien. In Valencia feiert man jedes Jahr zu Frühlingsanfang ein großes Fest, und in der Josef-Nacht, am 20. März, saß ich an einer großen Festtafel und probierte das erste Mal einen Wein aus der Rioja. Aus dieser Region kämen die besten Weine, hatte man mir gesagt. Rioja war damals, vor gut 30 Jahren, in Deutschland gar nicht so bekannt, sondern eher die süßen Weine aus der Region Malaga.
Haben Sie diesen ersten Rioja noch auf der Zunge?
Es war etwas ganz Besonderes. Rund, mild und ausgeglichen, mit einem Hauch Vanille.
Woher stammt der hervorragende Ruf, den der Rioja genießt?
In Rioja wurde schon früh, um 1860, die Fasskultur eingeführt. Es waren französische Bordeaux-Winzer, die nach Spanien kamen und ihr Wissen mitbrachten. Die Weine reifen in 225-Liter-Fässern vorzugsweise aus amerikanischer Eiche, dessen luftdurchlässige Struktur die Reife des Weins begünstigt.
Spanischer Wein hat insgesamt in den letzten Jahren erheblich an Qualität gewonnen. Woran liegt das?
Wir erhalten heute bessere Weine durch den breiten Einsatz moderner Technologie. Das fängt bei der Auswahl und Behandlung des Leseguts an. Die Trauben werden direkt nach der Ernte sehr vorsichtig in die Kellerei transportiert und dürfen dabei nicht gedrückt werden, sonst beginnt der Gärprozess sofort. Die Trauben werden auch entrappt. Das heißt: Stumpf und Stiehl werden entfernt. Früher war es durchaus üblich, sie mit zu vergären, wodurch die Weine härter, aber auch haltbarer wurden. Darüber hinaus sorgt moderne Kühltechnik für die exakte Steuerung der Temperatur im Fasskeller, damit beim Gärprozess nichts dem Zufall überlassen wird ...
... und spanischer Wein erfreut sich bei den deutschen Verbrauchern wachsender Beliebtheit.
Mit Recht. Neben der deutlichen Qualitätssteigerung spielt das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis eine wesentliche Rolle. Es gibt schon für wenig Geld wirklich tollen Wein.
Können Sie bestimmte Jahrgänge empfehlen?
2001 war sicher sehr gut, aber man sollte die Bedeutung der Jahrgänge auch nicht überschätzen. Bei spanischem Wein sind sie wesentlich ausgeglichener als etwa bei den Franzosen und Italienern. Das heißt: Man kann auch, ohne Kenner zu sein, nicht viel verkehrt machen. Am besten ist aber, wenn ein Erzeuger - die Bodega - auf dem Etikett genau genannt wird.
Worauf sollte man noch beim Weinkauf achten?
Es gibt verschiedene Kategorien bei den Rotweinen. Eine Crianza muss zwei Jahre reifen, davon sechs Monate im Fass, und liegt preislich bei sechs bis neun Euro. Eine Reserva ist mindestens zwölf Monate im Fass plus 24 Monate in der Flasche gereift und kostet normalerweise ab zehn Euro. Eine Gran Reserva war 24 Monate im Fass und 36 Monate in der Flasche und beginnt bei 20 Euro.
Hin und wieder gibt es Angebote für eine Reserva zum Billigpreis. Was ist davon zu halten?
Selbstverständlich beobachten wir auch das Angebot an spanischen Weinen bei den Discountern. Unserer Einschätzung nach handelt es sich oft um überlagerte Weine, die durch die Beimengung jüngerer Jahrgänge Frucht, Kraft und Struktur erhalten sollen. Häufig reicht ein Blick auf das Etikett, um festzustellen, dass keine eigenständige Kellerei hinter dem Wein steht, sondern Überproduktion und Lagerbestände verschiedener Bodegas zusammen verarbeitet wurden, um gezielt den Massenmarkt zu bedienen.
Wie lange kann ich guten Wein lagern?
Es gibt Weine, die sich 20 Jahre halten. Eine Reserva kann man durchaus fünf bis sieben Jahre liegen lassen. Am besten ist aber, jedes Jahr von einem Wein eine Flasche aus dem Weinkeller hoch zu holen und zu probieren. Es ist auch sehr spannend, festzustellen, wie der Wein sich im Laufe der Zeit verändert. Weine haben ein Eigenleben.
Welchen Vorteil hat es, Wein beim Fachhändler zu kaufen?
Man kann sich ausführlich beraten lassen und viele Weine auch direkt probieren. Ein Fachhändler kann auch etwas zu der Region und zu dem Hintergrund eines Weines erzählen. Zudem wird fehlerhafter Wein zumeist anstandslos erstattet.
Bodegas Rioja
Spezialist für spanische Weine
Seit mehr als 20 Jahren verwöhnt Andreas Krämer mit "Bodegas Rioja" seine Kunden mit spanischer Weinkultur aus diversen Regionen Spaniens. Wie aus dem Firmennamen ersichtlich, ist das favorisierte Weinanbaugebiet Rioja (nahe Pamplona) im Norden Spaniens. Da er persönlich vor Ort einkauft, ist der Geschmack jedes edlen Tropfens - und es sind über 200 verschiedene Weine - bekannt und die Herkunft kontrolliert.
Bodegas Rioja
Lennershofstr. 156
44801 Bochum
Tel.: (0234) 97 89 657
Geöffnet Mo bis Fr 11.00 bis 18.30 Uhr und Sa 10.00 bis 16.00 Uhr
Web: www.bodegas-rioja.de
Museo del Vino / Cantina Zeni
2007-06-05
Museo del Vino / Cantina Zeni (Weinmuseum)
Der antike Winzerbetrieb der Familie Zeni in der Gemeinde von Bardolino bietet seinen Besuchern nicht nur ein umfassendes Sortiment an klassischen Weinen der Provinz Verona (Bardolino Classico, Soave Classico, Custoza, Valpolicella Classico, Amarone, Recioto und Bardolino Chiaretto Classico usw.), sondern auch ein kleines Weinmuseum, das 1991 anlässlich des Wein- und Traubenfestes von Bardolino eröffnet wurde.
Mit dieser einzigartigen Kombination haben Sie zum einen die Möglichkeit, sich in der gemütlichen Probierstube von der Qualität der Weinkellerei zu überzeugen und zum anderen, die Herstellung des köstlichen Traubensaftes bis in seine Anfänge zurückzuverfolgen.
Der Familienbetrieb und das angrenzende Anbaugebiet liegen in der Via Costabella 9, auf der Panorama-Straße zwischen Bardolino und Lazise.
Und noch eine gute Nachricht: Die zollfreie Einfuhr von Waren für den persönlichen Bedarf innerhalb der Europäischen Union (EU) bedeutet speziell für Weinliebhaber, 90 Liter des köstlichen Traubensaftes auch in heimatliche Gefilde einführen zu dürfen....
Saison: Mitte März bis Ende Oktober
Öffnungszeiten: täglich von 9:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
www.museodelvino.com
Der antike Winzerbetrieb der Familie Zeni in der Gemeinde von Bardolino bietet seinen Besuchern nicht nur ein umfassendes Sortiment an klassischen Weinen der Provinz Verona (Bardolino Classico, Soave Classico, Custoza, Valpolicella Classico, Amarone, Recioto und Bardolino Chiaretto Classico usw.), sondern auch ein kleines Weinmuseum, das 1991 anlässlich des Wein- und Traubenfestes von Bardolino eröffnet wurde.
Mit dieser einzigartigen Kombination haben Sie zum einen die Möglichkeit, sich in der gemütlichen Probierstube von der Qualität der Weinkellerei zu überzeugen und zum anderen, die Herstellung des köstlichen Traubensaftes bis in seine Anfänge zurückzuverfolgen.
Der Familienbetrieb und das angrenzende Anbaugebiet liegen in der Via Costabella 9, auf der Panorama-Straße zwischen Bardolino und Lazise.
Und noch eine gute Nachricht: Die zollfreie Einfuhr von Waren für den persönlichen Bedarf innerhalb der Europäischen Union (EU) bedeutet speziell für Weinliebhaber, 90 Liter des köstlichen Traubensaftes auch in heimatliche Gefilde einführen zu dürfen....
Saison: Mitte März bis Ende Oktober
Öffnungszeiten: täglich von 9:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
www.museodelvino.com
Lieratur und Wein
2007-06-05
von Daniela Strigl
War man sich nicht die längste Zeit darüber einig, dass die meisten Autoren - und nicht minder: Autorinnen - nicht lesen können? Vorlesen, versteht sich. Und nun treten da im Brunnensaal des Stiftes Göttweig ausnahmslos professionell und wohltemperiert Lesende auf, von Thomas Glavinic (Die Arbeit der Nacht) über Weltensammler Ilija Trojanow bis zu STANDARD-Kolumnist Daniel Glattauer, dem es gelingt, das Publikum noch nach Mitternacht zwerchfellerschütternd aus der literatur-und weinbedingten Ermattung zu rütteln, bevor die Wiener Tschuschenkapelle den musikalischen Kehraus besorgte.
Gewiss, das eine oder andere Glas wird auch den Vortragenden die Zunge gelöst haben, gehört es doch zum Konzept des heuer zum neunten Mal vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) veranstalteten "internationalen Kulturenfestivals", dass Autoren Patenschaften für erlesene Wachauer und Kamptaler Weine übernehmen, die nach der Lesung von allen verkostet werden können: Buchkultur und Rebkultur in traulicher Harmonie.
Sommerrefektorium, dem Wasser geweiht
Das Publikum zahlt für beide Genüsse getrennt. Wein getrunken wurde heuer erstmals im freskengeschmückten Sommerrefektorium (wo man auch sehr bequem Bücher gustieren konnte). Der Saal, in dem gut 250 Zuhörer an zwei Abenden den Lesungen lauschten, ist freilich dem Wasser geweiht: Die schmiedeeiserne Brunnenhaube neben dem Podium ziert einen Brunnen, den man im 16. Jahrhundert nach einer knapp gescheiterten Belagerung durch die Türken 80 Meter tief in den Felsen schlug.
Die metaphorische Verbindung zu den Quellen der Tiefe bemühte denn auch der gastgebende Pater Justus. Tatsächlich zeigte sich das Publikum trotz Mammutprogramm und Weingenuss bis zum Schluss neugierig und konzentriert, wobei ein leichtes Rauschgefühl die Intensität des Hörerlebnisses ja durchaus zu steigern vermag.
War man sich nicht die längste Zeit darüber einig, dass die meisten Autoren - und nicht minder: Autorinnen - nicht lesen können? Vorlesen, versteht sich. Und nun treten da im Brunnensaal des Stiftes Göttweig ausnahmslos professionell und wohltemperiert Lesende auf, von Thomas Glavinic (Die Arbeit der Nacht) über Weltensammler Ilija Trojanow bis zu STANDARD-Kolumnist Daniel Glattauer, dem es gelingt, das Publikum noch nach Mitternacht zwerchfellerschütternd aus der literatur-und weinbedingten Ermattung zu rütteln, bevor die Wiener Tschuschenkapelle den musikalischen Kehraus besorgte.
Gewiss, das eine oder andere Glas wird auch den Vortragenden die Zunge gelöst haben, gehört es doch zum Konzept des heuer zum neunten Mal vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) veranstalteten "internationalen Kulturenfestivals", dass Autoren Patenschaften für erlesene Wachauer und Kamptaler Weine übernehmen, die nach der Lesung von allen verkostet werden können: Buchkultur und Rebkultur in traulicher Harmonie.
Sommerrefektorium, dem Wasser geweiht
Das Publikum zahlt für beide Genüsse getrennt. Wein getrunken wurde heuer erstmals im freskengeschmückten Sommerrefektorium (wo man auch sehr bequem Bücher gustieren konnte). Der Saal, in dem gut 250 Zuhörer an zwei Abenden den Lesungen lauschten, ist freilich dem Wasser geweiht: Die schmiedeeiserne Brunnenhaube neben dem Podium ziert einen Brunnen, den man im 16. Jahrhundert nach einer knapp gescheiterten Belagerung durch die Türken 80 Meter tief in den Felsen schlug.
Die metaphorische Verbindung zu den Quellen der Tiefe bemühte denn auch der gastgebende Pater Justus. Tatsächlich zeigte sich das Publikum trotz Mammutprogramm und Weingenuss bis zum Schluss neugierig und konzentriert, wobei ein leichtes Rauschgefühl die Intensität des Hörerlebnisses ja durchaus zu steigern vermag.
Edle Destillate
2007-05-30
Denn mit dem richtigen Know-how ist es einfacher, als man denkt - und das Ergebnis meist origineller und wohlschmeckender als das Herkömmliche aus dem Supermarkt. Hobby-Brenner können ihr eigenes Obst aus dem Garten verwenden, neue Rezepturen testen, selbst mit verschiedenen Zutaten experimentieren - und ihre Kreationen als pfiffiges Geschenk verwenden.
Wie entsteht Alkohol? Ein Ausflug in die Chemie; Der Gärprozess; Welches Obst kann zum Einmaischen verwendet werden?; Vorbereitung des Obstes; Gärbehälter; Wasserzusatz; Herkömmliche Maische; Zugabe von Reinzuchthefe; Die Zubereitung der hochprozentigen Maische; Kontrolle des Gärverlaufs; Wann ist die Gärung zu Ende? Probleme während der Vergärung; Filtration der Maische; Aufbewahrung der Maische;
Aber schön der Reihe nach: Wenn man von Alkohol spricht, meint man meistens Ethanol (Äthanol, Trinkalkohol, Weingeist). Ethanol entsteht hauptsächlich durch Gärung. Dabei wird Zucker mit Hilfe von Enzymen abgebaut, und es entsteht Ethanol und Kohlendioxid. Durch Gärung kann man Alkoholgehalte von bis zu 18 vol% erhalten. Durch Destillieren kann man den Alkoholgehalt erhöhen und unerwünschte Stoffe abtrennen (z.B. Fuselöle, Methanol).
Der beste Brennmeister kann aus schlechtem Obst und somit minderwertiger Maische keinen guten Brand herstellen. Dies bedeutet, nur wenn im Ausgangsprodukt genügend Aroma vorhanden ist, können fruchtige Brände entstehen. Der optimale Zeitpunkt zum Einmaischen ist nach Erreichen der erwähnten Genussreife.
Die Anforderung an gutes Brennobst:
optimale Genussreife, mögl. hoher Zuckergehalt; ist eine gute Alkoholausbeute, rundum gesundes Obst, sauberes Obst, Schimmelige, faulige und unreife Früchte sind und bleiben unbrauchbar!
Das Einmaischen des Obstes:
Damit der Zucker für die alkoholische Gärung freigesetzt werden kann, muss ein Teil der Zellen aufgespalten werden. Die unterschiedlichen Anforderungen von Kern- und Steinobst werden beim Einmaischen wie folgt berücksichtigt.
o) Kernobst: Hier ist eine stark zerkleinerte Maische günstiger für die Gärung, da mehr Zellen aufgespaltet werden und die Maische dadurch flüssiger wird.
o) Steinobst: Dieses wird nur gequetscht oder gestampft, damit möglichst keine Steine zerschlagen werden. Die Steine enthalten an Zucker gebundene Aromastoffe (Blausäure und Benzoldehyd), die sich aus dem intakten Stein langsamer herauslösen als aus einem aufgeschlagenen. Diese ergeben eine Bittermandel-Geschmacksnote. Ob und wann die Steine entfernt werden ist eine reine Aromafrage.
Der exakte Enzymzusatz: Pektinabbauende Enzyme werden zum Verflüssigen der Maische benötigt. Die Maische kann durch dieses verflüssigen von Maischetank zu einem Transporttank oder direkt in die Brennblase gepumpt werden. Auch die Gärung wird durch diese Enzyme positiv beeinflusst. Da die Enzyme bei einem PH-Wert über 3,5 besser arbeiten, werden diese sinnvollerweise ca. 2,5 Stunden vor dem Säurezusatz beigegeben.
Der exakte Säurezusatz: Natürlicherweise sind Früchte mit Mikroorganismen wie Schimmel und Bakterien behaftet. Auf gesundem Obst richten diese unerwünschten Mikroorganismen kaum Schaden an. Wird eine Frucht aber durch Hagel, Insektenstiche oder durch Entstielen verletzt, vermehren sich diese Mikroorganismen in den Wunden sehr schnell. Dies führt dann zur unerwünschten Bildung von Essigsäuren, Milchsäuren u. ä.
Die Maische muss jedoch vor mikrobiologischem Verderb bewahrt werden. Dies geschieht durch Säurezusatz. Der normale PH Wert der Maische wird so von ca. 3,5 -3,8 auf 2,9 -3,1 gesenkt. Danach wird Reinhefe zugesetzt.
Der exakte Reinhefezusatz: In der Brennmaische befinden sich genügend Hefen um eine natürliche Gärung zu gewährleisten. Nun gibt es erwünschte und unerwünschte Hefearten. Welche Arten jedoch gewinnen also sich durchsetzen, ist ungewiss. Daher gibt man von den erwünschten Hefen in reiner Form (Reinhefe) noch zusätzlich in die Maische. Geschieht dies nicht rechtzeitig vor Beginn der natürlichen Gärung ist der Ausgang ein echtes Lotteriespiel.
Die geschlossene Gärung: Eine saubere, reine Gärung gelingt nur in geschlossenen Gärbehältern mit dem Gärspund. Dieses kleine Gerät verhindert den Sauerstoffzutritt zu der Maische und somit auch das Eindringen von unerwünschten Hefen und Bakterien. Dadurch wird auch die Essigsäurebildung verhindert und das Fruchtaroma bleibt erhalten. Auf eine ideale Gärtemperatur wird ebenfalls geachtet. Diese Idealtemperatur liegt zwischen 15°C und 20°C. Die Gärdauer welche von Temperatur und Obstart abhängig ist liegt normalerweise zwischen 2-3 Wochen. Zuckerarme und gerbstoffhaltige Obstmaischen (z.B. v. Quitten) benötigen eine längere Gärzeit.
Der Brennzeitpunkt: Um möglichst viel Fruchtaroma in den Brand zu bringen wird in der abklingenden Gärphase, bzw. gleich nach dem Ende der Gärung gebrannt.
Die professionelle Destillation: Um qualitativ hochwertige Obstbrände zu erhalten, muss die Brennanlage gewisse Mindeststandards erfüllen:
1.) Die Brennblase im Wasserbad (dadurch brennt die Maische nicht an)
2.) Konstante Temperatur durch gleichmäßige Befeuerung .
3.) Ein Rührwerk in der Brennblase (sobald rel. trockene Maischen gebrannt werden).
Bei traditionellen Brennanlagen wird zweimal gebrannt (=Doppelbrand od. Rauhbrand/Feinbrandverfahren).
Der Rauhbrand: Beim ersten Brennvorgang werden Alkohol und diverse Aromastoffe von den festen Bestandteilen der Maische getrennt. Dies wird als Rauhbrand bezeichnet. Zurück bleibt die sog. "Schlempe".
Da während des Brennvorgangs in der Maische neue Aromastoffe gebildet werden, darf dies nicht zu schnell und auch nicht zu langsam geschehen. Hier ist die ganze Erfahrung und auch die Geduld des Brenners gefragt. Meist dauert dieser Vorgang ca. 2 Stunden. Sobald der Rauhbrand einen Alkoholgehalt von ca. 15 %vol erreicht, wird der Vorgang beendet. Danach erfolgt eine äusserst penibel durchzuführende Reinigung der Brennblase.
Der Feinbrand: Der Feinbrand wird durchgeführt um den Alkoholgehalt zu erhöhen und den Rauhbrand zu reinigen. Dies wird erreicht, indem man in "Vorlauf", "Mittellauf" (oder Feinbrand) und "Nachlauf" trennt.
o) Vorlauf: Beim Feinbrennen ist es für den Brennmeister ganz wichtig, dass er langsam anheizt, damit nur die leicht flüchtigen unerwünschten Stoffe, wie Acetaldehyd, Essigsäureester usw. im Vorlauf abgeschieden werden. Heizt er zu stark, gehen mit den unerwünschten leicht flüchtigen Stoffen auch fruchtige Aromastoffe in den Vorlauf und sind somit für den nachfolgenden Feinbrand verloren.
o) Mittellauf (Feinbrand): Hier ist es für den Brennmeister besonders wichtig, dass er gleichmäßig weiterheizt. Im Mittellauf befinden sich die gewünschten Bestandteile, wie Trinkalkohol und Aromastoffe. Der Mittellauf beginnt mit 70 - 80 %vol. Alkohol und sinkt mit dem Brennverlauf langsam ab.
Das Ende des Feinbrandes ist bei Kernobst zwischen 45 - 50 %vol., bei Steinobst bei 50 - 55 %vol Alkohol erreicht.
o) Nachlauf: Als Nachlauf wird der Anteil bezeichnet, der unter 45 %vol abläuft. Nachlauf wird bis Minimum 25 %vol Alkohol gebrannt. Der Nachlauf wird nicht dem nächsten Rauhbrand zugegeben, da dies den Anteil der gefürchteten Fuselöle erheblich erhöht.
Die ausreichend lange Lagerung (die Reifung des Feinbrandes):
Der Feinbrand schmeckt noch hart und wild, deshalb wird dieser vor der Herabsetzung auf Trinkstärke und Abfüllung zum Reifen eingelagert. Zur optimalen Reifeprozedur ist neben einer gewissen Wärme auch Sauerstoff notwendig.
Die Lagerungsdauer von hochprozentigem Feinbrand ist meist 2 - 4 Monate (noch besser 6 - 12 Monate) in gut temperierten dunklen Räumen. Die Lagerbehälter Edelstahl und Glasbehälter. Traditionellere Betriebe bevorzugen glasiertes Steingut-, oder auch Tonbehälter. Bei der Lagerreife bilden sich neue Aromastoffe und der Feinbrand verliert seinen rauen wilden Geschmack. Er wird milder, runder, harmonischer und somit geschmacklich erheblich verbessert.
Das Herabsetzen auf Trinkstärke: Der Feinbrand hat einen Alkoholgehalt von 60 - 75 %vol und somit eigentlich ungeniessbar. Dieser hohe Alkoholgehalt wird mit reinem und neutralem Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt.
Der Alkoholgehalt von Obstbränden ist meist zwischen 38 und 42 %vol.
Dieser Alkoholgehalt kann auch gesetzliche Hintergründe haben (z.B. geschützter Herkunftsbezeichnung).
Mit höherem Alkoholgehalt kann der Alkohol zu scharf oder dominant wirken, dies hat oft zur Folge, dass die wertvollen Fruchtaromen überdeckt werden.
Bei niedrigerem Alkoholgehalt schmecken die Obstbrände vielfach "leer", "fad" oder sogar "klebrig"
Exakte Filtrierung
Beim Trinkfertigstellen auf 38 - 42 %vol. lassen sich meist gewisse Trübungen nicht vermeiden. Diese Trübungen hängen natürlich stark von den Inhaltsstoffen des Brandes ab. Daher wird der Obstbrand zum Abschluss noch filtriert. Die beste Filtrierung wird wie folgt erreicht: Zunächst wird der trinkfertige Obstbrand auf ca. Minus 6° gekühlt und danach erfolgt die Filtrierung durch einen Mikrofilter. Dies garantiert die Klarheit eines Obstbrandes auch in gekühltem Zustand.
Wie entsteht Alkohol? Ein Ausflug in die Chemie; Der Gärprozess; Welches Obst kann zum Einmaischen verwendet werden?; Vorbereitung des Obstes; Gärbehälter; Wasserzusatz; Herkömmliche Maische; Zugabe von Reinzuchthefe; Die Zubereitung der hochprozentigen Maische; Kontrolle des Gärverlaufs; Wann ist die Gärung zu Ende? Probleme während der Vergärung; Filtration der Maische; Aufbewahrung der Maische;
Aber schön der Reihe nach: Wenn man von Alkohol spricht, meint man meistens Ethanol (Äthanol, Trinkalkohol, Weingeist). Ethanol entsteht hauptsächlich durch Gärung. Dabei wird Zucker mit Hilfe von Enzymen abgebaut, und es entsteht Ethanol und Kohlendioxid. Durch Gärung kann man Alkoholgehalte von bis zu 18 vol% erhalten. Durch Destillieren kann man den Alkoholgehalt erhöhen und unerwünschte Stoffe abtrennen (z.B. Fuselöle, Methanol).
Der beste Brennmeister kann aus schlechtem Obst und somit minderwertiger Maische keinen guten Brand herstellen. Dies bedeutet, nur wenn im Ausgangsprodukt genügend Aroma vorhanden ist, können fruchtige Brände entstehen. Der optimale Zeitpunkt zum Einmaischen ist nach Erreichen der erwähnten Genussreife.
Die Anforderung an gutes Brennobst:
optimale Genussreife, mögl. hoher Zuckergehalt; ist eine gute Alkoholausbeute, rundum gesundes Obst, sauberes Obst, Schimmelige, faulige und unreife Früchte sind und bleiben unbrauchbar!
Das Einmaischen des Obstes:
Damit der Zucker für die alkoholische Gärung freigesetzt werden kann, muss ein Teil der Zellen aufgespalten werden. Die unterschiedlichen Anforderungen von Kern- und Steinobst werden beim Einmaischen wie folgt berücksichtigt.
o) Kernobst: Hier ist eine stark zerkleinerte Maische günstiger für die Gärung, da mehr Zellen aufgespaltet werden und die Maische dadurch flüssiger wird.
o) Steinobst: Dieses wird nur gequetscht oder gestampft, damit möglichst keine Steine zerschlagen werden. Die Steine enthalten an Zucker gebundene Aromastoffe (Blausäure und Benzoldehyd), die sich aus dem intakten Stein langsamer herauslösen als aus einem aufgeschlagenen. Diese ergeben eine Bittermandel-Geschmacksnote. Ob und wann die Steine entfernt werden ist eine reine Aromafrage.
Der exakte Enzymzusatz: Pektinabbauende Enzyme werden zum Verflüssigen der Maische benötigt. Die Maische kann durch dieses verflüssigen von Maischetank zu einem Transporttank oder direkt in die Brennblase gepumpt werden. Auch die Gärung wird durch diese Enzyme positiv beeinflusst. Da die Enzyme bei einem PH-Wert über 3,5 besser arbeiten, werden diese sinnvollerweise ca. 2,5 Stunden vor dem Säurezusatz beigegeben.
Der exakte Säurezusatz: Natürlicherweise sind Früchte mit Mikroorganismen wie Schimmel und Bakterien behaftet. Auf gesundem Obst richten diese unerwünschten Mikroorganismen kaum Schaden an. Wird eine Frucht aber durch Hagel, Insektenstiche oder durch Entstielen verletzt, vermehren sich diese Mikroorganismen in den Wunden sehr schnell. Dies führt dann zur unerwünschten Bildung von Essigsäuren, Milchsäuren u. ä.
Die Maische muss jedoch vor mikrobiologischem Verderb bewahrt werden. Dies geschieht durch Säurezusatz. Der normale PH Wert der Maische wird so von ca. 3,5 -3,8 auf 2,9 -3,1 gesenkt. Danach wird Reinhefe zugesetzt.
Der exakte Reinhefezusatz: In der Brennmaische befinden sich genügend Hefen um eine natürliche Gärung zu gewährleisten. Nun gibt es erwünschte und unerwünschte Hefearten. Welche Arten jedoch gewinnen also sich durchsetzen, ist ungewiss. Daher gibt man von den erwünschten Hefen in reiner Form (Reinhefe) noch zusätzlich in die Maische. Geschieht dies nicht rechtzeitig vor Beginn der natürlichen Gärung ist der Ausgang ein echtes Lotteriespiel.
Die geschlossene Gärung: Eine saubere, reine Gärung gelingt nur in geschlossenen Gärbehältern mit dem Gärspund. Dieses kleine Gerät verhindert den Sauerstoffzutritt zu der Maische und somit auch das Eindringen von unerwünschten Hefen und Bakterien. Dadurch wird auch die Essigsäurebildung verhindert und das Fruchtaroma bleibt erhalten. Auf eine ideale Gärtemperatur wird ebenfalls geachtet. Diese Idealtemperatur liegt zwischen 15°C und 20°C. Die Gärdauer welche von Temperatur und Obstart abhängig ist liegt normalerweise zwischen 2-3 Wochen. Zuckerarme und gerbstoffhaltige Obstmaischen (z.B. v. Quitten) benötigen eine längere Gärzeit.
Der Brennzeitpunkt: Um möglichst viel Fruchtaroma in den Brand zu bringen wird in der abklingenden Gärphase, bzw. gleich nach dem Ende der Gärung gebrannt.
Die professionelle Destillation: Um qualitativ hochwertige Obstbrände zu erhalten, muss die Brennanlage gewisse Mindeststandards erfüllen:
1.) Die Brennblase im Wasserbad (dadurch brennt die Maische nicht an)
2.) Konstante Temperatur durch gleichmäßige Befeuerung .
3.) Ein Rührwerk in der Brennblase (sobald rel. trockene Maischen gebrannt werden).
Bei traditionellen Brennanlagen wird zweimal gebrannt (=Doppelbrand od. Rauhbrand/Feinbrandverfahren).
Der Rauhbrand: Beim ersten Brennvorgang werden Alkohol und diverse Aromastoffe von den festen Bestandteilen der Maische getrennt. Dies wird als Rauhbrand bezeichnet. Zurück bleibt die sog. "Schlempe".
Da während des Brennvorgangs in der Maische neue Aromastoffe gebildet werden, darf dies nicht zu schnell und auch nicht zu langsam geschehen. Hier ist die ganze Erfahrung und auch die Geduld des Brenners gefragt. Meist dauert dieser Vorgang ca. 2 Stunden. Sobald der Rauhbrand einen Alkoholgehalt von ca. 15 %vol erreicht, wird der Vorgang beendet. Danach erfolgt eine äusserst penibel durchzuführende Reinigung der Brennblase.
Der Feinbrand: Der Feinbrand wird durchgeführt um den Alkoholgehalt zu erhöhen und den Rauhbrand zu reinigen. Dies wird erreicht, indem man in "Vorlauf", "Mittellauf" (oder Feinbrand) und "Nachlauf" trennt.
o) Vorlauf: Beim Feinbrennen ist es für den Brennmeister ganz wichtig, dass er langsam anheizt, damit nur die leicht flüchtigen unerwünschten Stoffe, wie Acetaldehyd, Essigsäureester usw. im Vorlauf abgeschieden werden. Heizt er zu stark, gehen mit den unerwünschten leicht flüchtigen Stoffen auch fruchtige Aromastoffe in den Vorlauf und sind somit für den nachfolgenden Feinbrand verloren.
o) Mittellauf (Feinbrand): Hier ist es für den Brennmeister besonders wichtig, dass er gleichmäßig weiterheizt. Im Mittellauf befinden sich die gewünschten Bestandteile, wie Trinkalkohol und Aromastoffe. Der Mittellauf beginnt mit 70 - 80 %vol. Alkohol und sinkt mit dem Brennverlauf langsam ab.
Das Ende des Feinbrandes ist bei Kernobst zwischen 45 - 50 %vol., bei Steinobst bei 50 - 55 %vol Alkohol erreicht.
o) Nachlauf: Als Nachlauf wird der Anteil bezeichnet, der unter 45 %vol abläuft. Nachlauf wird bis Minimum 25 %vol Alkohol gebrannt. Der Nachlauf wird nicht dem nächsten Rauhbrand zugegeben, da dies den Anteil der gefürchteten Fuselöle erheblich erhöht.
Die ausreichend lange Lagerung (die Reifung des Feinbrandes):
Der Feinbrand schmeckt noch hart und wild, deshalb wird dieser vor der Herabsetzung auf Trinkstärke und Abfüllung zum Reifen eingelagert. Zur optimalen Reifeprozedur ist neben einer gewissen Wärme auch Sauerstoff notwendig.
Die Lagerungsdauer von hochprozentigem Feinbrand ist meist 2 - 4 Monate (noch besser 6 - 12 Monate) in gut temperierten dunklen Räumen. Die Lagerbehälter Edelstahl und Glasbehälter. Traditionellere Betriebe bevorzugen glasiertes Steingut-, oder auch Tonbehälter. Bei der Lagerreife bilden sich neue Aromastoffe und der Feinbrand verliert seinen rauen wilden Geschmack. Er wird milder, runder, harmonischer und somit geschmacklich erheblich verbessert.
Das Herabsetzen auf Trinkstärke: Der Feinbrand hat einen Alkoholgehalt von 60 - 75 %vol und somit eigentlich ungeniessbar. Dieser hohe Alkoholgehalt wird mit reinem und neutralem Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt.
Der Alkoholgehalt von Obstbränden ist meist zwischen 38 und 42 %vol.
Dieser Alkoholgehalt kann auch gesetzliche Hintergründe haben (z.B. geschützter Herkunftsbezeichnung).
Mit höherem Alkoholgehalt kann der Alkohol zu scharf oder dominant wirken, dies hat oft zur Folge, dass die wertvollen Fruchtaromen überdeckt werden.
Bei niedrigerem Alkoholgehalt schmecken die Obstbrände vielfach "leer", "fad" oder sogar "klebrig"
Exakte Filtrierung
Beim Trinkfertigstellen auf 38 - 42 %vol. lassen sich meist gewisse Trübungen nicht vermeiden. Diese Trübungen hängen natürlich stark von den Inhaltsstoffen des Brandes ab. Daher wird der Obstbrand zum Abschluss noch filtriert. Die beste Filtrierung wird wie folgt erreicht: Zunächst wird der trinkfertige Obstbrand auf ca. Minus 6° gekühlt und danach erfolgt die Filtrierung durch einen Mikrofilter. Dies garantiert die Klarheit eines Obstbrandes auch in gekühltem Zustand.

